IHK und EU - Hilfestellung der besonderen Art für den Airport
Die IHK legte Ende des Jahres 2007 gegenüber der Europäischen Kommission Ihre Einschätzung offen in Bezug auf den Flughafen Dortmund.
Das ist soweit in Ordnung. Die IHK ist nicht finanziell am Airport beteiligt und trägt daher auch kein finanzielles Risiko.
Dabei werden allerdings einige Fakten verdreht, wie etwa die Quote der Geschäftsreisenden in Dortmund..
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Anfrage per Mail am 11.03.2009
Sehr geehrter Herr Schulte, ... Eine weitere Frage für den nächsten Newsletter der Schutzgemeinschaft Fluglärm. Sie schreiben an die Adresse der EU, im Zusammenhang mit der Stellungnahme des Flughafens in Dortmund, dass der Airport mit einer Geschäftsreisequote von "fast 30%" von den Unternehmen angenommen wird.
Das Gutachten des IVM, auf das hier Bezug genommen wird, spricht allerdings nur von 18%.
Können Sie uns das bitte erklären?
Mit freundlichen Grüßen Johannes Kleinschnittger |
Antwort per Mail am 13.03.2009
Sehr geehrter Herr Kleinschnittger,
vielen Dank für Ihre Mail an Herrn Schulte, die ich gerne beantworte. Die Sachlage zu unserem Gutachten und die Position der IHK haben wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch bereits ausführlich erörtert.
Unabhängig von der im Zeitablauf ohnehin stetig wechselnden Quote stehen wir nach wie vor zu der Aussage, dass der Flughafen von der heimischen Wirtschaft angenommen wird.
Mit freundlichen Grüßen
gez. M. M.. (Name geändert) |
Beteiligungsverhältnisse an Deutschen Flughäfen
in Münster und Paderborn sind auch die IHK's Mitgesellschafter, in Dortmund übernimmt die IHK keine Kapitalverantwortung
Die Rolle der IHK Dortmund?

Die IHK besitzt eine besondere Affinität
zum Flughafen Dortmund. Das liegt in der
Natur der Sache.
Begründet wird das stets mit den Argu-
menten Geschäftsreisende und Arbeits-
plätze.
Die IHK Dortmund gab Gutachten
im Herbst 2006 in Auftrag.
Unsere Fragen finden Sie unten.
Das Gutachten können Sie über die Kammer laden: IHK-Studie
Stellungnahme der Schutzgemeinschaft Fluglärm Unna/Dortmund
Das Gutachten der IHK sollte den Flughafen als Beschäftigungsmotor heraus stellen. Das Institut für Verkehrswissenschaft
aus Münster (IVM) wurde beauftragt. In 2008 erfolgten zwei Neuauflagen mit Berücksichtigung der möglichen Ausbau-
optionen.
Die Erkenntnis der IHK war: Der Flughafen ist notwendig und wirtschaftlich vertretbar, sichert und schafft Arbeitsplätze.
Das IVM liefert im Gutachten durch Befragungen der Unternehmen und Passagiere die Datenbasis und erbringt durch
Hochrechnungen (Input-Output-Rechnung) den Nachweis.
Unseren Fragenkatalog können sie hier laden: Fragenkatalog
Ein Auszug aus der Presseerklärung:
Unsere Mitglieder haben sich intensiv mit dem Gutachten beschäftigt. Sie fordern Korrekturen ...
1) weil das Gutachten Lohnzahlungen des Flughafens höher ausweist, als die im
Jahrsabschlusses genannten Zahlen. Die Abweichung beträgt +30%. Das
wurde vom IVM nach Prüfung eingeräumt! Nach erneuter Anfrage zog man
sich hier auf den Datenschutz zurück. Angeblich handelt es sich nur um einen
redaktionellen Fehler, der allerdings bis Januar 2009 noch nicht behoben wurde.
2) weil das Gutachten nur den Nutzen durch den Airport in Form einer Bruttowertschöpfung
berücksichtigt, nicht aber die Belastungen der Bürger z.B. durch Lärm, Emissionen,
Immobilienentwertung oder Dauerverlustübernahmen der Stadt . "Netto" ist nicht
nicht untersucht worden, gehörte nicht zum Auftrag.
Eine übliche Kosten-Nutzenrechnung oder besser eine ganzheitliche Betrachtung wäre
angemessen. Das IVM selbst schlägt eine Kosten-Nutzen-Rechnung in ihrer Stellungnahme
über die "Subventionierung von Regionalflughäfen" aus Januar 2006 vor.
3) weil das Gutachten mehrfach die Bedeutung des Geschäftsreiseverkehrs auch im
Kontakt nach Polen, Ungarn usw. hervorhebt. Gleichzeitig wurde durch eine geschichtete
Passagierbefragung feststellt, dass 81,2% aller Gäste nur touristisch fliegen. Die Zahlen
zweifeln wir an, denn die Befragung fand Mitte März 2006 statt, in einer Zeit ohne wesentlichen
Ferienreiseverkehr.